VdS 2366:2017-11 (03) ist eine von der VdS Schadenverhütung GmbH herausgegebene Richtlinie, die Mindestanforderungen für die Planung, den Einbau, den Betrieb und die Instandhaltung von Videoüberwachungsanlagen (VÜA) festlegt. Sie ist besonders für sicherheitsrelevante Anwendungen wie Beweissicherung, Fahndungshilfe, Überwachung und Verifizierung relevant. Die Richtlinie gewährleistet, dass Systeme zuverlässig funktionieren und den Anforderungen von Behörden und Versicherern entsprechen.
Schlüsselerkentnisse
- VdS 2366 ist eine Richtlinie für Videoüberwachungsanlagen, die Planung, Einbau, Betrieb und Instandhaltung regelt.
- Sie legt Sicherheitsstandards fest, einschließlich Zertifizierung und VdS-anerkannter Komponenten.
- Wichtige Aspekte umfassen Auflösungsklassen, Sabotageschutz und ein Anlagenattest.
- Die Richtlinie unterstützt Anwendungen wie Beweissicherung und Überwachung, mit Verbindungen zur Polizei.
- Die Erkenntnisse zeigen, dass die VdS 2366 eng mit Normen wie DIN EN 62676-4 verknüpft ist, was die Komplexität der Anforderungen steigert.

INHALTSVERZEICHNIS
Geschichte und Aktualisierungen
Die erste Version der VdS 2366 wurde 2004 veröffentlicht und konzentrierte sich auf die Planung und Installation von VÜA. Im November 2017 wurde eine überarbeitete Fassung eingeführt, die wichtige Neuerungen brachte. Eine zentrale Änderung war die Einführung eines Anlagenattests, das in Zusammenarbeit mit den Verbänden BHE, ZVEI und der Polizei entwickelt wurde. Dieses Attest vereinfacht die Dokumentation und reduziert den Verwaltungsaufwand für Errichter und Betreiber erheblich (180° Sicherheit – VdS 2366). Die Aktualisierung wurde teilweise durch Änderungen in der europäischen Norm DIN EN 62676-4 notwendig, die Anwendungsregeln für VÜA festlegt (Protector – Neue Richtlinien).
Anwendungen
Die VdS 2366 ist für sicherheitstechnische Anwendungen konzipiert. Zu den Hauptanwendungen gehören:
- Beweissicherung: Aufzeichnung von Bildmaterial für rechtliche Zwecke.
- Fahndungshilfe: Unterstützung von Ermittlungen durch klare Bilddaten.
- Überwachung: Echtzeitbeobachtung von Objekten oder Bereichen.
- Verifizierung: Bestätigung von Alarmen durch visuelle Daten.
Diese Anwendungen machen VÜA zu einem integralen Bestandteil moderner Sicherheitssysteme, ins Wichtige Anforderungen für die Zertifizierung Um eine VÜA gemäß VdS 2366 zertifizieren zu lassen, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- Planung: Die Anlage muss gemäß den VdS 2366-Richtlinien geplant werden.
- Technische Prüfungen: Die Anlage muss umfangreiche Tests bestehen, um Funktionalität und Zuverlässigkeit zu gewährleisten.
- Komponenten: Alle Teile, einschließlich Kameras, Beleuchtung, Übertragungstechnik und Aufzeichnungsgeräte, müssen VdS-anerkannt sein. Nicht-anerkannte Komponenten erfordern eine schriftliche Genehmigung.
- Installation: Die Installation muss von einem VdS-zertifizierten Sicherheitsunternehmen durchgeführt werden, das die Normen DIN VDE 0100 und DIN VDE 0800 einhält (180° Sicherheit – VdS 2366).
Für Systeme mit direktem Anschluss an die Polizei gelten zusätzliche Anforderungen, insbesondere an die Bildqualität und -übertragung, wie in den polizeilichen Richtlinien festgelegt.

Klassifizierungssystem
Die VdS 2366 definiert ein Klassifizierungssystem, das Auflösungs- und Sabotageschutzklassen umfasst, um die Sicherheitsanforderungen präzise zu spezifizieren:
- Auflösungsklassen:
- Klasse 1: Details wahrnehmen (z. B. Bewegung oder Anwesenheit erkennen).
- Klasse 2: Details erkennen (z. B. Objekte oder Personen unterscheiden).
- Klasse 3: Details identifizieren (z. B. Gesichter oder Kennzeichen erkennen).
- Sabotageschutzklassen:
- Klasse A: Einfacher Schutz gegen Verdrehen, Beschädigung oder Stromausfall.
- Klasse B: Mittlerer Schutz mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen.
- Klasse C: Hoher Schutz mit Überwachung sicherheitsrelevanter Funktionen.
Diese Klassen werden in einer Sicherheitsmatrix kombiniert, wie in der folgenden Tabelle dargestellt:
| Auflösungsklasse | Sabotageschutzklasse | Kombinierte Klasse |
|---|---|---|
| 1 (Wahrnehmen) | A | A1 |
| 1 (Wahrnehmen) | B | B1 |
| 1 (Wahrnehmen) | C | C1 |
| 2 (Erkennen) | A | A2 |
| 2 (Erkennen) | B | B2 |
| 2 (Erkennen) | C | C2 |
| 3 (Identifizieren) | A | A3 |
| 3 (Identifizieren) | B | B3 |
| 3 (Identifizieren) | C | C3 |
Diese Matrix ermöglicht eine präzise Anpassung der Anlage an spezifische Sicherheitsanforderungen (180° Sicherheit – VdS 2366).

Zertifizierungsprozess und Komponenten
Für die Zertifizierung müssen VÜA gemäß VdS 2366 geplant und technisch geprüft werden. Alle Teile, wie Kameras, Beleuchtung, Übertragungstechnik und Aufzeichnungsgeräte, müssen VdS-anerkannt sein. Nicht-anerkannte Komponenten erfordern eine schriftliche Genehmigung. Die Installation muss von einem VdS-zertifizierten Sicherheitsunternehmen durchgeführt werden, das die Normen DIN VDE 0100 und DIN VDE 0800 einhält
Technische und organisatorische Aspekte
Die Richtlinie erfordert, dass alle Komponenten, einschließlich Kameras, Beleuchtung, Übertragungstechnik und Aufzeichnung, VdS-anerkannt sind und von zertifizierten Fachfirmen installiert werden. Sie definiert ein Klassifizierungssystem mit Auflösungsklassen (1–3: Wahrnehmen, Erkennen, Identifizieren) und Sabotageschutzklassen (A–C), die in einer Sicherheitsmatrix kombiniert werden. Eine wichtige Neuerung ist das Anlagenattest, das den Dokumentationsaufwand reduziert und in Zusammenarbeit mit Verbänden wie BHE, ZVEI und der Polizei entwickelt wurde.
Die Richtlinie deckt folgende technische Aspekte ab:
- Kameraauswahl und -platzierung: Optimale Positionierung für maximale Abdeckung und Bildqualität.
- Beleuchtung: Sicherstellung ausreichender Beleuchtung für klare Bilder, auch bei Nacht.
- Datenübertragung: Zuverlässige Übertragung von Bilddaten, auch unter schwierigen Bedingungen.
- Zentrale Steuerung: Integration von Steuerungssystemen für Echtzeitüberwachung.
- Aufzeichnung und Bilddarstellung: Speicherung und Wiedergabe von Bildmaterial für Analyse und Beweissicherung.

Beziehung zu anderen Normen
Die VdS 2366 ist eng mit der europäischen Norm DIN EN 62676-4 verknüpft, die Anwendungsregeln für Videoüberwachungsanlagen in Sicherheitsanwendungen festlegt. Diese Norm definiert Mindestanforderungen für Auswahl, Planung, Installation, Inbetriebnahme, Wartung und Prüfung von VÜA. Änderungen in der DIN EN 62676-4 (veröffentlicht 2016) machten Anpassungen der VdS 2366 notwendig, was auf eine enge Abstimmung hinweist (CCTV-Check – DIN EN 62676-4). Die DIN EN 62676-4 definiert sechs Bildqualitätsstufen, von „Überwachen“ (12,5 Pixel pro Meter) bis „Überprüfen / Begutachten“ (1000 Pixel pro Meter), die möglicherweise mit den Auflösungsklassen der VdS 2366 korrelieren.

Bedeutung und Relevanz
Die Einhaltung der VdS 2366-Richtlinien gewährleistet, dass Videoüberwachungsanlagen höchsten Standards für Zuverlässigkeit, Sicherheit und Funktionalität entsprechen. Dies ist besonders wichtig für Systeme, die direkt mit der Polizei verbunden sind oder in kritischen Sicherheitsbereichen wie Banken, öffentlichen Einrichtungen oder Industrieanlagen eingesetzt werden. Die Zertifizierung durch VdS wird von Versicherungsunternehmen und Behörden anerkannt, was den Wert der Anlage steigert und das Vertrauen in ihre Wirksamkeit stärkt. Unternehmen wie 180° Sicherheit GmbH oder Protection One GmbH, die VdS-zertifiziert sind, demonstrieren die praktische Umsetzung dieser Standards (Protection One – VdS 2311 und 2366).

Fazit
Die VdS 2366:2017-11 (03) ist eine umfassende Richtlinie, die klare Vorgaben für die Planung und den Einbau von Videoüberwachungsanlagen in sicherheitsrelevanten Bereichen bietet. Durch ihre detaillierten Anforderungen, die Klassifizierungssysteme und die Integration mit anderen Normen stellt sie eine solide Grundlage für zuverlässige und effektive VÜA dar. Ihre Einhaltung stärkt nicht nur die Sicherheit, sondern auch das Vertrauen von Betreibern, Behörden und Versicherern in die eingesetzten Systeme.
Quellen:
- 180° Sicherheit – VdS 2366 Richtlinien für Videoüberwachungsanlagen
- Protector – Neue Richtlinien für Videoüberwachung veröffentlicht
- DIN Media – VdS 2366:2017-11 Technische Regel
- Protection One – VdS 2311 und 2366 Zertifizierungen
NUTZUNG | HAFTUNG
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